|
Sportplatz und Ökologie – ein Widerspruch ???
Muss eine Sportanlage zwangsläufig aus monotonen Rasenflächen, betonierten Treppenstufen und asphaltierten Flächen bestehen?
Die Sportgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, diese Frage anschaulich mit Nein zu beantworten. Um die eigentlichen Leichtathletikanlagen herum sollten strukturreiche Lebensräume für Pflanzen und Tiere entstehen. Das gesamte Gelände sollte für den Verein vielfältig nutzbar sein und außerdem ein ansprechendes Gesamtbild ergeben.
So ist ein Sportpark entstanden, auf dem langsamwachsender Blumenrasen die Mäharbeiten auf den Rasenflächen in Grenzen halten soll.
Es findet sich eine etwa 1 ha große artenreiche Blumenwiese, die bereits sensenschwingend gepflegt wurde sowie eine zeitweise überflutete Feuchtwiese. An verschiedenen Stellen wurden ausgedehnte Hecken aus einheimischen Sträuchern, teils auch als Dornenhecken gepflanzt, um Vögeln, Insekten und Säugetieren Schutz und Nahrung zu bieten. Nebenbei finden dort auch Zweibeiner den einen oder anderen Leckerbissen.
Große Flächen wurden mit blütenreichen Sträuchern als Bienen- und Insektenweide begrünt. Die Sträucher wurden nach Standortansprüchen und Endgröße ausgesucht, so dass langfristige Pflegemaßnahmen wie Wässern, Düngen und Schneiden möglichst gering gehalten wurden. In den letzten beiden Jahren konnte durch manuelles Jäten auf den Einsatz von Unkrautvernichtungsmittel fast komplett verzichtet werden – ein Verdienst fleißiger Hände. Auf dem Gelände wachsen unter anderen wertvolle einheimische Bäume wie Vogelkirsche, Speierling und Elsbeere, Baum des Jahres 2011. Eine großflächige Trockenmauer, auch als Lebensraum für Eidechsen, ist in den Grundzügen bereits begonnen und soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Ein Sommerquartier für Fledermäuse wurde in die Fassade des Vereinsgebäudes integriert.
Somit finden Pflanzen, Tiere und Menschen Schutz- und Ruheraum, trockene Bereiche und feuchte, Blüten und Früchte, blumenreiche Flächen und begehbare, schattige Bezirke und sonnige. Das sollte eine stabile Grundlage sein für ein nachhaltig vielfältiges Nebeneinander von Natur und Sport – wollen wir es gemeinsam erhalten. (RL) |